PALUDI MEDIA LAB
Worum geht es?
Das Paludi-Media-Lab zeigt, wie aus wiedervernässten Mooren neue Rohstoffe für klimaangepasstes Bauen entstehen. So verbindet das Projekt Moorschutz, Materialinnovation und regionale Wertschöpfung zu einer neuen Perspektive für den Strukturwandel.
Steckbrief
Was macht ihr?
Wir erforschen, entwickeln und vermitteln Baustoffe aus Biomasse wiedervernässter Moore, weil wir in nassen Landschaften die Rohstoffe einer klimagerechten Zukunft sehen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Paludikultur-Pflanzen wie Schilf, Rohrkolben oder Binsen zu klima- und ressourcenschonenden Materialien für Architektur und Baupraxis werden können. So verbinden wir Moorschutz, Materialinnovation, Kreislaufwirtschaft und Strukturwandel zu einem gemeinsamen Zukunftsprojekt.
Das Paludi-Media-Lab arbeitet an der Schnittstelle von Forschung, Gestaltung, Kommunikation und praktischer Umsetzung. Wir entwickeln Materialprototypen, untersuchen ihre Eigenschaften und machen sichtbar, wie aus wiedervernässten Moorlandschaften neue Wertschöpfungsketten entstehen können. Über dezentrale Paludi-Media-Satelliten sollen Transferorte und Manufakturen aufgebaut werden, in denen Materialentwicklungen in strukturwandelbetroffenen Städten in Kleinserien weiterverarbeitet und produziert werden.
Wiedervernässung verstehen wir deshalb nicht nur als ökologische Notwendigkeit, sondern als Rohstoffstrategie für klimaangepasstes Bauen, regionale Produktion und neue Perspektiven in ländlichen Räumen.
Warum seid ihr Strukturwandler und wie kommt das den Menschen im Revier zugute?
Wir sind Strukturwandler*innen, weil wir den Wandel nicht nur begleiten, sondern materiell mitgestalten wollen. Das Paludi-Media-Lab versteht Wiedervernässung nicht als Ende einer Nutzung, sondern als Anfang neuer Möglichkeiten: für neue Rohstoffe, neue Produktionsformen und neue Zukunftsbilder im Mitteldeutschen Revier. Aus Paludi-Biomasse sollen Baustoffe, Wertschöpfungsketten und dezentrale Manufakturen entstehen, die Forschung, Klima- und Moorschutz, Handwerk, Gestaltung und regionale Produktion miteinander verbinden.
Damit entsteht eine neue Perspektive für eine Region im Wandel: weg von fossilen Abhängigkeiten, hin zu einer klimaangepassten, zirkulären und regional verankerten Baukultur. Für die Menschen im Mitteldeutschen Revier bedeutet das nicht nur ökologische Regeneration, sondern auch konkrete Chancen auf neue Arbeitsfelder, neue Kooperationen und neue Identifikation mit dem Ort. Strukturwandel wird so nicht nur verwaltet, sondern sichtbar, gestaltbar und produktiv gemacht — als Verbindung von Landschaft, Material und Zukunft.
Wo steht euer Projekt im Jahre 2030 und was habt ihr bis dahin erreicht?
Im Jahr 2030 ist das Paludi Media Lab ein sichtbarer Motor des ökologischen und wirtschaftlichen Strukturwandels. Aus einer Forschungsinitiative ist ein wachsendes Netzwerk aus Materialentwicklung, Praxispartnern, dem Paludi-Media-Hub und dezentralen Paludi-Media-Satelliten entstanden. Im Hub wird Biomasse aus moorreichen Regionen zentral gesammelt, sortiert und aufgearbeitet. Die vorbereiteten Rohstoffe werden anschließend an die Manufakturen und Satelliten weitergegeben, wo daraus Baustoffe und Materialsysteme in Kleinserien entstehen.
Bis 2030 haben wir gezeigt, dass Wiedervernässung nicht nur Emissionen reduziert, sondern auch neue Rohstoffe, neue Produktionsweisen und neue Arbeitsfelder hervorbringen kann. Was heute noch als Experiment gilt, ist dann Teil regionaler Wertschöpfungsketten: vom Moor über den Hub bis in die Manufaktur. Unsere Materialentwicklungen sind erprobt, sichtbar und in ersten Anwendungen angekommen. Das Paludi Media Lab hat dazu beigetragen, dass Paludikultur im Bauwesen nicht mehr als Nischenthema gilt, sondern als konkrete Perspektive für klimaangepasstes und zirkuläres Bauen.
Unser Ziel für 2030 ist eine neue Baukultur, die Landschaft, Material und Produktion zusammendenkt — regional verankert, ressourcenbewusst und zukunftsfähig.
Wirkungsfeld
Mitteldeutsches Revier (Anhalt-Bitterfeld, Mansfeld-Südharz, Burgenlandkreis, Halle, Saalekreis)