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Früher Beton, heute Holz und Lehm? Serielles Bauen neu gedacht

Früher Beton, heute Holz und Lehm? Serielles Bauen neu gedacht
Wann?
Samstag31.10.202611:00 Uhr - 12:30 Uhr
Wo?
Salinemuseum Halle
Mansfelder Str. 52 , 06108 Halle (Saale)
Zielgruppe
Zivilgesellschaft
Dekor

Nach der Frage des C4 beim Wissenschaftsmarkt des SILBERSALZ Festival 2025, wie nachhaltige Baustoffe marktfähig werden, gehen wir beim (im)puls RZZ einen Schritt weiter: „Ist serielles, nachhaltiges Bauen mit einer zirkulären Perspektive möglich?“

Serielles Bauen heißt, Bauteile in gleicher oder ähnlicher Form wiederholt und vorgefertigt herzustellen. Ist das wirklich notwendig? Wir sagen: teilweise ja. Denn rein kommerzielle und individuelle Bauvorhaben lassen sich angesichts steigender Preise für Ressourcen und Fertigung kaum noch mit bezahlbaren Mieten in Einklang bringen.

Passende Konzepte gibt es, und sie erfinden sich immer wieder neu, damals wie heute. Welche leitenden Ideen aus den Erfahrungen mit den modularen industriellen Plattenbauweisen der 1970er und 1980er Jahre in der DDR, lassen sich auf heutige Vorhaben übertragen? Mit welchen Anforderungen begegnen wir der Industriebauweise unter den heutigen Umständen? Und wie können nachhaltige Baustoffe und zirkuläre Bauweisen in die serielle Produktion von Bauteilen überführt werden?

Freuen Sie sich auf kurze Impulse und die Diskussion mit uns vom Reallabor ZEKIWA Zeitz (RZZ). Folgende Impulsgäste haben wir eingeladen:


Michael Suckow, Designwissenschaftler, ehemals BURG GIEBICHENSTEIN Einen der Hintergründe dieser Diskussion bildet eine Retrospektive auf die Industriebauweise der DDR und das Jahr 1987: Wie lassen sich die Ansätze aus dem internationalen Walter-Gropius-Seminar „Wohnarchitektur für Dessau – Weiterentwicklung des Wohnungsbaus mit industriellen Bauweisen nach 1990" auf den heutigen gemeinnützigen Wohnungsbau übertragen? Michael Suckow gibt uns dazu einen Einblick.

Nina Pawlicki, Natural Building Lab, Berlin
Früher Beton, heute Holz? Eine Materialwende zeichnet sich ab. Es gibt bereits zahlreiche Beispiele, in denen Holz als Sekundärrohstoff, auch als Gebrauchtholz bekannt, tragend wie verkleidend verbaut wird. Nina Pawlicki beschäftigt sich mit gemeinwohlorientiertem Bauen, regionalen Wertschöpfungsketten und kreislaufgerechten Ansätzen.

Elina Lenders, Robert Saat und Beatrice Koch, Gruppe V29
Das Vorhaben der Gruppe V29 verbindet gemeinwohlorientierten Wohnungsbau mit einer experimentell-forschenden Baupraxis. In einer Baulücke in Leipzig soll ein Wohngebäude entstehen. Es wird als eines der ersten Projekte einer sich derzeit in Gründung befindlichen Dachgenossenschaft realisiert. Initiiert wurde das Projekt von neun Architekt*innen, die in Praxis und Lehre zu ressourcenschonenden Bauweisen arbeiten. Das Gebäude ist nicht zur Eigennutzung vorgesehen, sondern soll als geförderter Wohnraum für vulnerable Gruppen errichtet werden. Damit versteht sich das Projekt als Reallabor für ökologisches, partizipatives und gemeinwohlorientiertes Bauen unter realen Bedingungen.

Robert Saat, Nukleuswohnen in Leipzig-Grünau/RWTH Aachen Nukleuswohnen beschreibt eine neue flexible Wohnform, die das Wachsen und Schrumpfen von Wohnungen ohne Umbau ermöglichen soll und gleichzeitig den Grad an gemeinschaftlichem Wohnen individuell und sehr flexibel verhandelbar lässt. Ihre wesentlichen Merkmale sind Schalträume und gemeinschaftlich genutzte Erschließungsräume – z.B. wohnliche Flur. Von jeweils Anfang Mai-Ende September 2026 und 2027 wird das Nukleuswohnen in einem WBS70 in Leipzig-Grünau in Form eines Reallabors praktisch erprobt und wissenschaftlich begleitet.

Werner Ehrich vom Bauzirkel Leipzig
Er ist Gründungsmitglied des Bauzirkels und produziert vorgefertigte Strohelemente. Der Verein widmet sich dem Bauen mit kreislaufgerechten und nachhaltigen Materialien – inspiriert von der Cradle-to-Cradle-Denkschule. Werner Ehrich hat als Zimmerer und Architekt langjährige Erfahrung mit ökologischem Bauen mit Stroh.

Miriam Metz, Hochschule Anhalt, Architektin am RZZ
Sie gibt Einblick in die Perspektive des Neuen Europäischen Bauhauses und einen Überblick über die aktuellen (Bau-)Entwicklungen am Reallabor ZEKIWA Zeitz.

Das RZZ – Reallabor ZEKIWA Zeitz – ist ein Modellprojekt des Neuen Europäischen Bauhauses zur Revitalisierung des Areals der ehemaligen Kinderwagenwerke Zekiwa in Zeitz. In einem Verbund aus Hochschulen (HSA, MLU, BURG), der Stiftung Bauhaus Dessau, der Stadt Zeitz und dem  Forum Rathenau e.V. werden hier prototypische Modelllösungen für das zirkuläre Bauen entworfen und getestet. Die fortlaufende Reihe der Innovationsabende aus Zeitz beschäftigt sich diesmal mit Baupraktiken und Kulturen, die in der DDR bereits zur Anwendung kamen – diese Retrospektive möchten wir aktuellen Projekten und Forschungen gegenüberstellen.Besuchen Sie auch unseren und weitere spannende Stände auf dem Wissenschaftsmarkt von science2public, Programm unter: Wissenschaftsmarkt 2026: sciencecube.  Der Wissensmarkt ist Teil des Silbersalz Festival 2026, Programm und weitere Informationen unter Silbersalz Festival