Isa, seit Januar 2026 leitest du die Open Academy im Science Cube. Wer bist du und was treibt dich an?
Mich treibt besonders die politische Dimension der Wissenschaftskommunikation an. Als Gesellschaft ist es unsere Pflicht, größtmögliche Chancengleichheit herzustellen. Dazu gehört auch, dass Menschen – und das sind wir alle als Bürger*innen – möglichst gleichberechtigte Bedingungen haben, um kleine alltägliche und große gesellschaftliche Entscheidungen zu treffen. Dafür müssen wir den entscheidenden Institutionen vertrauen. Zu zeigen, dass man der Wissenschaft vertrauen kann, ist mir in meiner Arbeit ein Herzensanliegen und geht nur gemeinsam. Deswegen sind die Stichworte, die mich anleiten: Public Engagement und Partizipation. Wenn wir möglichst vielfältige Perspektiven an einen Tisch bringen, gewinnen alle.
Hier in Mitteldeutschland, mitten im Strukturwandel, in einer Region mit vielfältigen Lebensrealitäten und nicht zuletzt im Jahr der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt versteht der ganze Science Cube Wissenschaftskommunikation als demokratiestärkende Aufgabe. Unser Anspruch ist es, Wissenschaft für alle zugänglich zu machen. Denn Wissenschaft geht alle an.
Ich brenne für die Wissenschaftskommunikation und bin total glücklich, in den letzten Jahren in genau diesem besonderen Feld der Kommunikation angekommen zu sein. Seit meinem Studium der Allgemeinen Rhetorik in Tübingen beschäftige ich mich von theoretischer Seite aus mit der Frage, wie gute Wissenschaftskommunikation gelingen kann. Dazu konnte ich in der Klaus Tschira Stiftung in den letzten Jahren auch praktische Erfahrung in der Projektarbeit mit einem starken Blick auf strategische Kommunikation sammeln. Die Kombination aus Projekt- und Kommunikationsarbeit gefällt mir am besten, weswegen ich mich freue, seit Januar 2026 in Halle zu sein und die Open Academy des Science Cubes vorantreiben zu dürfen.
In einem Satz: Was ist die Open Academy des Science Cubes?
Die Open Academy des Science Cubes ist ein kostenloses Jahresprogramm für Forschende und Wissenschaftskommunikator*innen von morgen, die Lust auf kreative Kommunikation zum Strukturwandel haben.
Was macht die Open Academy anders als klassische Weiterbildungsformate?
Die Open Academy ist ein besonders praxisnahes Weiterbildungsformat und das Team des Science Cubes hat genau hingeschaut, was die Landschaft der Wissenschaftskommunikation braucht. Zu Beginn steht das Perfect Match zwischen Forschungsprojekten aus dem Mitteldeutschen Revier und den angehenden Wissenschaftskommunikator*innen, die gemeinsam ganz konkrete Formate für die spätere Wirkung im Revier entwickeln.
Wir haben drei verschiedene Level in der Open Academy: Level 1: Inspire! mit Spring School im April, Level 2: Enable! mit Co-Creation-Phase und Enable!-Programm begleitet durch erfahrene Coaches und inspirierende Köpfe und Level 3: Engage! mit Autumn School im September und dem Science Slam Strukturwandel auf dem SILBERSALZ Festival im Oktober.
Gibt es Voraussetzungen, die für die Teilnahme an der Open Academy erfüllt werden müssen?
Die Open Academy ist auch deswegen so ein innovatives und zukunftsweisendes Format, weil wir keine Zugangsbeschränkungen für die Teilnahme, die im Übrigen kostenlos ist, haben. Das bedeutet, dass Menschen verschiedenster Disziplinen und Erfahrungsstufen zusammenkommen und gemeinsam kreativ werden. Alle sind herzlich willkommen, ihre Expertise in die Open Academy einzubringen und genau dadurch wird sie zum bunten Blumenstrauß an Kompetenzen, die wir dann vor Ort haben und die ihre Wirkung in Formaten entfalten.
Die Spring School findet erst Ende April statt. Welche Angebote gibt es in der Zwischenzeit
In der Zwischenzeit touren wir mit unserer Reviervorlesung „Das Revier debattiert“ in Zusammenarbeit mit der ZEIT Verlagsgruppe und den Hochschulen am „Blauen Band der Wissenschaft“ durch Mitteldeutschland. Wir möchten mit den Bürger*innen viel im Gespräch dazu sein, was Strukturwandel heißt und wie wir ihn gemeinsam in der Zukunft gestalten können.
Im Gepäck haben wir einerseits unsere Revierdebattenbox, die spielerisch Menschen zu Fragen des Strukturwandels in die Debatte um die besten Argumente bringt. Andererseits werden Teilnehmer*innen, die unterschiedlicher Meinung sind, von unserer Kollegin Ulli Zimmermann von der ZEIT Verlagsgruppe durch eine Software gematcht. Im Anschluss kommen die Menschen ins Gespräch und merken oft, dass ihre Positionen zu bestimmten Fragestellungen näher als angenommen liegen.
Zwei Veranstaltungen unseres Debattierformats mit der Hochschule Merseburg und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg haben bereits stattgefunden. Es folgen noch weitere Termine mit der Hochschule Anhalt, der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Universität Leipzig. Es lohnt sich also unseren Newsletter zu abonnieren und uns auf Instagram und LinkedIn zu folgen.
Warum lohnt es sich, Teil der Open Academy 2026 zu werden?
Einerseits könnt ihr Euch freuen auf ein umfangreiches Jahresprogramm mit vielfältigen Impulsen, inspirierenden Köpfen aus ganz Deutschland, Expert*innen der Wissenschaftskommunikation und mit Menschen, die als Wissenschaftler*innen bereits Erfahrungen darin haben, ihre Forschung gut und wirkungsvoll zu kommunizieren.
Andererseits kommt ihr mit vielen motivierten und kreativen Menschen ins Gespräch und profitiert von einer vielfältigen Community während und nach der Open Academy mit Kontakt- und Anschlussmöglichkeiten. Unsere Academy bietet Euch Zeit und Raum, über den Tellerrand, den eigenen Alltag und über das eigene Fachgebiet hinauszuschauen und mit engagierten Menschen dazu ins direkte Gespräch zu kommen.